6. Dezember 2016

Programm für kalte Tage

Vor meinen voraussichtlich letzten drei Arbeitstagen im Jahr 2016 habe ich heute noch ein paar Überstunden abgefeiert. Nach dem frostigen und windigen Montag war das Thema Handbiken eigentlich schon abgehakt. Aber als sich trotz der sehr kalten -6°C die Bedingungen gar nicht so schlecht darstellten, sattelte ich mein Pferd doch noch für einen kurzen Ausritt.

Der befreundeten Ärztin im Querschnittzentrum der Bavaria-Klinik Kreischa nahm ich dabei gleich das Souvenir mit, welches unsere tschechischen Freunde mir für sie und ihre Familie mitgegeben hatte.

Der Bogenschütze am Neustädter Elbufer (Aufnahmeort)
Endlich lief es wieder flüssiger, als während der vorangegangenen Touren. Auch weil die heute benutzten Handschuhe bei dieser Kälte wesentlich besser isolierten. So wurde es nie ungemütlich, und ich konnte vor meinem Nachmittagstermin sogar zwei weitere kleine Extrazacken dranhängen.

Zudem wählte ich für den Rückweg komplett die rechte Elbseite, obwohl ein ca. 800 m langes Teilstück auf dem Körnerweg wegen des groben und buckeligen (historischen) Sandsteinpflasters eine einzige Zumutung für Pedaleure ist (s. Track vom 6.12., km 53,1 - 53,9). Falls man dort vor unliebsamen Überraschungen verschont bleiben möchte, sind allein dafür 5 Minuten im Schrittempo einzuplanen.

Der Rest der Runde fuhr sich dann ohne übermäßigem Kraftverkehr sehr kurzweilig.

Rein rechnerisch könnte ich nun am kommenden Wochenende das letzte Heu in die Scheuer einbringen. Das wäre ganz gut, denn es ist unklar, ob ich nach dem für den 14.12. geplanten operativen Eingriff noch einmal in diesem Jahr auf Tour gehen kann. Das letzte Wort hat jedoch das Wetter.

Wie immer.

Track der Handbiketour vom 06.12.2016

5. Dezember 2016

Coldfinger

Ein kaltes Wochenende liegt hinter mir. Es gab zwar viel Sonnenschein, doch mit Höchstwerten um 2°C eben auch nicht unbedingt Wohlfühlklima.

Am meisten müssen in dieser Zeit immer meine Hände aushalten. Schon allein wegen der dicken Handschuhe ist zusätzliche Kraft zum Festhalten der Kurbelgriffe erforderlich. Dabei kühlen die Finger mehr aus, als alle anderen empfindungssensiblen Körperteile. Vielleicht wären Fäustlinge für die Hände eine sinnvolle Alternative, doch habe ich bisher noch keine geeigneten gefunden. Deshalb sind die ersten Minuten, nachdem die Kälte vom Körper Besitz ergriffen hat, auch für die Finger die unangenehmsten. Schön, wenn der Schmerz schließlich nachläßt und man sich wieder ganz auf das Vorwärtskommen konzentrieren kann.

Vor allem am ersten Tag des Wochenende bin ich zeitig losgefahren. Für den Nachmittag hatten sich nämlich mein tschechischer Kamerad und seine Frau aus Kulm (Chlumec) angekündigt, die gemeinsam mit mir auf den Pirnaer Weihnachtsmarkt wollten. Das Adventsprogramm gestaltete diesmal unsere tschechische Nachbarregion Aussig (Ústí nad Labem) mit einigen interessanten Darbietungen. Bemerkenswert, wie sich das auch jenseits der Grenze herumspricht. Denn meine Freunde waren nicht die einzigen, die abends zu mährischer Volksmusik begeistert mitsangen.

Am Ufer der Spree unterhalb von
Alter Wasserkunst und Michaeliskirche in Bautzen (Aufnahmeort)
Körperlich noch ausgeruht, kam ich trotz der Kälte wirklich gut voran, so daß ich bereits 10.15 Uhr unter der Wasserkunst in Bautzen stand. Da ich seit einigen Touren wieder über mein Navigationsgerät verfüge, kann ich die zuvor mit Bikemap.net geplante Strecke auch ohne intensives Kartenstudium recht entspannt abfahren. Und zwar auch die bisher mir unbekannten Abschnitte, wie beispielsweise den Spreeradweg durch Bautzen. Der bietet zwar einiges für's Auge, wird allerdings wegen des häufigen Granitsteinpflasters nicht nach jedermanns Geschmack sein. Aber einmal kann man sich den schon zumuten.

Meine Runde zum 2. Advent gestaltete sich wesentlich zäher. Vermutlich hatte ich sie hinsichtlich ihrer Anforderungen etwas unterschätzt - vielleicht war ich aber auch mental gar nicht darauf vorbereitet, daß es noch etwas kälter als am Vortag wurde. Vor allem der kurze, unerwartete 15%ige Gegenanstieg hinauf nach Oberwartha (s. Track vom 04.12., km 38,3 - 38,9) brachte mich völlig aus dem Rhythmus. (Im Höhenprofil bei Bikemap wurde er komplett weggebügelt.) Erst ab Moritzburg lief es wieder etwas flüssiger, wobei ich selbst dann keine Bäume mehr ausreißen konnte.

Die beste Motivation war immer noch die Vorstellung, daß zuhause auf mich eine randvoll mit kuschelig warmen Wasser gefüllte Badewanne wartete. Nach meiner ersten Wochenendtour hatte ich selbst am Sonntagmorgen immer noch kalte Beine. Bei solchen Temperaturen hilft also tatsächlich nur ein heißes Bad.

Bloß gut, daß niemand meine kalten Beine ertragen muß.

28. November 2016

Wie im Sozialismus!

110%ige Planerfüllung - das kann sich doch sehen lassen! Ich komme dabei sogar ohne Statistik-Tricksereien aus.

Ursprünglich wollte ich im November bloß die vierstellige Schallmauer erreichen. Noch nie bin ich nämlich neun Monate in einem Jahr mindestens 1000 km gefahren. Aber der Ruhe-Sonntag reichte aus, um heute voller Schwung noch eine Tour in Angriff zu nehmen. Passend dazu gab es viel Sonnenschein und den Wind immer aus der richtigen Richtung. Da macht das Radeln auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt Spaß!

Im Schluckenauer Zipfel (Šluknovský výběžek) sind inzwischen etliche Strecken komplett neu asphaltiert worden. Und bei entsprechender Routenführung durch das wellige Gelände erwarten einen auch keine Steilrampen, sondern nur moderate und überschaubare Anstiege. Wer hier mal unterwegs sein sollte, dem empfehle ich auf jeden Fall den heute gefahrenen Abschnitt zwischen Nieder Einsiedel (Dolní Poustevna) und Neudorf kurz hinter der deutsch-tschechischen Grenze (s. Track vom 28.11., km 35,7 - 47,2). Das Stück läßt sich auch sehr gut in eine 32 km-Rundstrecke ab Nieder Einsiedel integrieren, wobei man bis Steinigtwolmsdorf meinen heutigen Tourenverlauf weiternutzt (die B 98 ist weitestgehend mit einem separaten Radweg ausgestattet), um anschließend über Hilgersdorf (Severní) und Lobendau (Lobendava) zurück zum Ausgangspunkt am Grenzübergang Sebnitz zu fahren (s. Tourenvorschlag).

Ab Steinigtwolmsdorf war es für mich nur noch ein entspanntes Heimrollen. Den Anstieg von Putzkau nach Oberottendorf fahre ich dabei ausgesprochen gern, denn die geschwungene Straße windet sich meist nur ganz allmählich nach oben und ermöglicht dabei einen schönen Blick nach Osten.

Das gehört aber zu einer anderen Geschichte.

Track der Handbiketour vom 28.11.2016

27. November 2016

Hunger-Gandhi

Wenn jemand sehr wenig ißt oder auch ziemlich abgemagert aussieht, so hieß es oft in unserer Familie, derjenige sei ein "Hunger-Gandhi". Der als Vater der Nation verehrte Inder hatte bekannterweise mehrmals gefastet, um seinem politischen Willen Nachdruck zu verleihen und war auch sonst eine eher hagere Gestalt.

Auf meinen Handbiketouren ist derzeit mein Energie- und Flüssigkeitsbedarf ebenfalls sehr gering. Das mag wohl hauptsächlich am Wetter liegen, doch nicht zuletzt auch daran, daß ich inzwischen sowohl die Streckenlänge, als auch das Höhenprofil meiner Ausflüge den jahreszeitlichen Gegebenheiten angepaßt habe. Um bei Pausen nicht zu sehr auszukühlen, raste ich zudem nicht länger als 10 Minuten. Das reicht aber auch völlig aus. Dementsprechend liest sich auch die Verbrauchsliste meiner Fahrten an den vergangenen beiden Tagen: In meiner einzigen "Freßpause" vertilgte ich da sage und schreibe 1 Banane und 2 Mini-Kuchen (Balconi Mix Max). Meine 1,5 l Apfel-Schorle habe ich jedesmal nur spazierengefahren.

Das Kalorien- und Flüssigkeitsdefizit gleiche ich dann meist abends zuhause wieder aus. Bei einem geschätzten Energieverbrauch von 3.500 kcal muß ich nun wirklich nicht darauf achten, was ich in mich dann hineinstopfe. Selbst ein halbes Kilogramm Schokolade bliebe da noch darunter. Und das muß man erst einmal schaffen ... Oft habe ich abends aber gar keinen großen Hunger. Der kommt erst in der Nacht. Trotzdem ist die Bilanz erst wieder nach einigen Tagen ausgeglichen.

Deshalb dürfte es auch nicht verwundern, daß es auf meiner zweiten Tour in Folge gestern nicht ganz so flüssig lief. Es ging noch einmal rund um den Tharandter Wald. Bikemap.net versprach mir bei der Planung nur 660 Hm. Das wunderte mich zwar etwas, widersprach es doch meinen Erfahrungswerten. Einzuwenden hatte ich dagegen aber nichts, zumal ich mich ja bereits am Vortag genügend ausgetobt hatte. Letztlich lag diese Angabe völlig daneben, denn bereits gegen 10.00 Uhr waren es mehr Höhenmeter.  Da hatte ich noch nicht einmal ein Drittel der Strecke geschafft. Diese Fehlkalkulation beeinflußte meinen Elan mehr, als ich es zunächst wahrhaben wollte. Auch das trübe Wetter mit zum Teil dichtem Nebel trug nicht gerade dazu bei, mich zu motivieren.

Als Lichtblick des Tages - und das im eigentlichen Wortsinn - erwies sich eine Methode, um bei ungünstigen Straßenverhältnissen für die Kraftfahrer besser sichtbar zu sein. Neben dem bereits vorhandenen blinkenden Doppel-Rücklicht konnte ich nämlich auch eine reflektierende Laufweste, die ich am Freitag auf meiner Tour von netten Tschechen geschenkt bekam, testen. Die läßt sich in der Taille mittels Klettverschlüssen öffnen, so daß ich sie nun über den Rucksack ziehen und befestigen kann, damit sie nicht herunterrutscht. Weil der Rucksack hinter der Lehne im Gepäcknetz verstaut wird, ist er von nachfolgenden Autos immer zu sehen.

Das war wieder mal typisch und ist mir nicht zum ersten Mal passiert! Da gibt es geduldige und aufmerksame Autofahrer, die sich tatsächlich Gedanken um die anderen Verkehrsteilnehmer machen. - Na ja, als ich am Freitag von Herrnskretschen (Hřensko) nach Rainwiese (Mezní Louka) gefahren bin, war ich trotz des Schattens meiner Meinung nach immer noch gut zu sehen. Denn es schien den ganzen Tag über die Sonne. Ein Auto überholte mich, schaltete die Warnblinker an, und heraus stieg eine junge Frau. Sie reichte mir die Laufweste, damit ich besser zu sehen wäre. Meine Einwände wischte sie freundlich weg und ließ sich nicht beirren, mir den Stoff am Handbike zu befestigen. Eigentlich unnötig, aber sehr nett. Am meisten freute ich mich darüber, daß ich diesmal sehr gut ihr Tschechisch verstanden habe. So kam sogar ein kurzes Gespräch zustande. Erst zuhause kam mir dann die zündende Idee, wie ich zukünftig die reflektierende Weste verwende.

Wer gut hinsieht, entdeckt ganz links am Pfaffenstein die schlanke
Felsnadel der Barbarine (Aufnahmeort)
Neu war für mich an diesem Tag nur ein kurzer Abschnitt von Rosenthal zum Fuchsteich (s. Track vom 25.11, km 21,2 - 24,3). Anfangs noch asphaltiert, geht es vom letzten Haus ca. 100 m über einen holperigen Feldweg aufwärts, bis man anschließend auf einer gut fahrbaren gesplitteten Forststraße hinab zur Fuchsbachstraße fährt. Das ist jedenfalls eine interessante Alternative zu den bisher bekannten Varianten.

Ab Cunnersdorf wählte ich den Umweg über Pfaffendorf, um noch einmal in diesem Jahr den Pfaffenstein zu sehen. Den Klettergipfel Barbarine, der heutzutage nicht mehr bestiegen werden darf, habe ich noch in einer Nacht-und-Nebel-Aktion erklommen. Da war ich genauso verrückt wie heute.

Nur das Ziel meiner Leidenschaft hat sich inzwischen geändert.

Track der Handbiketour vom 25.11.2016
Track der Handbiketour vom 26.11.2016

20. November 2016

Feuchter Abschluß

Meine Touren Nr. 99 und 100 endeten an den vergangenen beiden Tagen ziemlich ungemütlich. Nahezu fast zur gleichen Zeit wurde ich auf den letzten Kilometern meiner Ausflüge von kräftigen Regenschauern bzw. Dauerregen durchgespült. Es gibt Angenehmeres, als sich eine Stunde lang bei solchem Mistwetter draußen herumzutreiben.

Dabei begann zumindest der Freitag recht angenehm. Temperaturen im zweistelligen Bereich und ein wunderschönes Morgenrot ließen die Frosttage zu Beginn der Woche unwirklich erscheinen. Tagsüber wurden es sogar noch 15°C.

Obwohl für den Nachmittag Regenschauer angekündigt waren, bin ich noch einmal recht weit in Richtung Osten gefahren. Um Zeit und Weg zu sparen, kürzte ich die Rathener Elbschleife ab und benutzte anschließend bis zur Grenze die Bundesstraße. So war ich schon 9.00 Uhr in Herrnskretschen (Hřensko). Auch quer durch das Zappenland ging es recht flott, so daß ich endlich hinter Bensen (Benešov nad Ploučnicí) hinauf in das Hochland klettern konnte. Auch dieses Gebiet des Böhmischen Mittelgebirges ist sehr reizvoll und immer einen Ausflug wert. Der teils kräftige Wind hatte für sehr klare Luft gesorgt - dementsprechend großartig war der Ausblick.

Weil die Abfahrt nach Tichlowitz (Těchlovice) wegen Bauarbeiten gesperrt war, kehrte ich noch einmal um und rollte schließlich über Hortau (Lesná) nach Politz (Boletice) ins Elbtal. Das kleine Sträßchen nach Hortau ist eigentlich wunderschön, wenn auch kurz vor dem Ort in einem erbärmlichen Zustand (s. Track vom 18.11., km 59,9 - 62,0). Zunächst dachte ich ja, ich würde eine mir noch unbekannte Straße fahren. Als ich mich dort jedoch auf der sich auflösenden Asphaltdecke durch die tiefen Schlaglöcher und breiten Spurrinnen im Schrittempo abwärts tastete, kam die Erinnerung wieder. So etwas vergißt man nicht.

Blick auf Tetschen im Elbtal - der Tafelberg am Horizont in der Bildmitte
ist der Hohe Schneeberg (Aufnahmeort)
Visueller Höhepunkt der Tour war der Blick oberhalb von Politz über Tetschen und das Elbtal mit dem höchsten Berg des Elbsandstein-gebirges, dem Hohen Schneeberg (Děčínský Sněžník). So kennen ihn wahrscheinlich nur wenige Deutsche.

Gestern war dann eine Runde in nördlicher Richtung dran. Anfangs unterstützt vom kräftigen Rückwind, ließ das Tempo nichts zu wünschen übrig. Ich hatte mir die Tour zuvor bei Bikemap.net zusammengestellt. Ohne Navi und Landkarte mußte ich allerdings die Strecke aus dem Gedächtnis fahren, was mich schließlich Zeit und Nerven kostete.

Der gröbste Schnitzer passiert mir nach Oberlichtenau. Blind auf die Radwegemarkierung vertrauend, folgte ich der Ausschilderung nach Bischheim (s. Track vom 19.11., km 49,1 - 52,1). Nach einem langen holperigen Feldweg, wurde die Route durch den Wald beinahe unbefahrbar. Extrem schlammige Abschnitte mit tiefen Wasserlöchern forderten alles von Mensch und Handbike. Ich kochte vor Wut auf mich selbst, weil ich genau diese Strecke am 31.10.2014 bereits in Gegenrichtung erkundet und für schlecht befunden hatte. Trotzdem war ich wieder in die Falle getapst. Wie man eine solche Verbindung als (überregionalen) Radweg ausschildern kann, bleibt mir völlig schleierhaft!

Kurz hinter Rammenau kam dann der Regen. Zunächst meist nur Niesel, war spätestens in Rennersdorf-Neudörfel die Schonzeit abgelaufen. Mehr als eine Stunde mußte ich im kräftigen Landregen noch überstehen. Kein Zuckerschlecken, doch leider "alternativlos". Die bei meinen Offroadeskapaden verlorengegangene Zeit konnte ich dabei nicht ganz wieder aufholen, weil ich auf regennasser Straße wegen des Spritzwassers wesentlich langsamer fuhr. Dabei hätte es im Ergebnis gar keinen Unterschied zwischen "naß bis auf die Knochen" und "keinen trockenen Faden mehr am Leib" gegeben.

Doch diese Illusion hebt man sich bis zuletzt auf.

Track der Handbiketour vom 18.11.2016
Track der Handbiketour vom 19.11.2016

16. November 2016

Gretchenfrage

Fast wie Urlaub. Morgen muß ich zwar mal auf Arbeit vorbeischauen, um einige Dinge für die kommende Woche zu klären. Doch sonst habe ich dank Feiertag und Arbeitszeitausgleich frei.

Leider spielt mir derzeit das Wetter nicht gerade in die Hände. Am Dienstag beispielsweise lagen die Temperaturen am Morgen noch einmal tiefer als bei meiner vorangegangenen Tour. Dafür schien die Sonne von früh bis spät, und auch der Wind machte keinen Wirbel.

Islamische Republik Deutschland? - Nein,
es ist nur die Tabakmoschee "Yenidze" (Aufnahmeort)
In dem Wissen, daß für die nächsten Tage Regen angekündigt war, entschied ich mich also noch für eine weitere Runde. Die ging in das nördliche Dresdner Umland, einem Gebiet mit einem gemäßigten Landschaftsprofil. Denn vor dem dritten Hunderter in Folge, war ich nicht mehr ganz taufrisch. Das ständige Fahren mit (dicken) Handschuhen und mehreren übereinandergezogenen Kleiderschichten forderte seinen Tribut. Zum Festhalten der Kurbelgriffe ist damit nämlich mehr Kraft notwendig, und auch der Bewegungswiderstand fällt naturgemäß höher aus, als im Kurzarmtrikot.

Ab Kötitz spulte ich meine Kilometer dann nur noch auf dem Elbradweg ab. Jetzt ist das wieder einigermaßen erträglich, weil die Freizeitpiloten bei diesen Temperaturen doch eher in der warmen Stube bleiben. Außerdem war es ja mitten in der Arbeitswoche. Die tiefstehende Sonne bescherte mir schließlich kurz vor dem Dresdner Stadtzentrum noch ein schönes Fotomotiv: die leuchtende Glaskuppel der Yenidze.

Zum Buß- und Bettag sollte es zwar wärmer als an den ersten beiden Wochentagen werden, dafür kündigten sich bereits auf dem Wetterradar ausgedehnte Regengebiete an. Was ist wohl besser? - Strahlender Sonnenschein und klirrende Kälte oder moderate Temperaturen und feuchte Witterung? Um die Beantwortung dieser Frage drückte ich mich heute jedoch weitestgehend. 62 km reichten locker aus, das nächste Statistik-Ziel zu erreichen.

Spät starten und früh ankommen. Sogar ein paar zusätzliche Höhenmeter waren nach dem Ruhetag drin, ohne mich aus dem Rhythmus zu bringen. Gerade als der Dauerregen begann, rollte ich wieder zuhause ein.

Track der Handbiketour vom 14.11.2016
Track der Handbiketour vom 16.11.2016

13. November 2016

Unter Null

Der Kälteeinbruch der vergangenen Tage bescherte uns in den höheren Lagen den ersten Schnee der Saison. Im Elbtal ist zwar der Wintergruß vom vergangenen Mittwoch längst schon Geschichte, doch selbst auf einigen Kuppen und nordseitigen Hängen in der Sächsischen Schweiz sowie zwischen Neustadt und Bischofswerda gibt es noch etwas Weiß. Bei diesen Temperaturen ist das kein Wunder.

Nach dem Blick auf die Altenberger Webcams wollte ich mich am Sonnabend mit eigenen Augen vom Wintereinbruch im Osterzgebirge überzeugen. Noch sind die Straßen schneefrei - das kann aber bald schon anders sein.

Alte Schule und Kriegerdenkmal in Löwenhain (Aufnahmeort)
Die Anfahrt über das Müglitztal ist recht entspannt, denn die 700 m Höhendifferenz verteilen sich auf mehr als 40 km, und erst am Ende nimmt die Steigung mal kurz auf 8 - 10% zu. Gestern schlug ich ab Lauenstein noch einen Haken über das Rückhaltebecken der Müglitz und Löwenhain, bevor ich von Geising hinauf nach Altenberg fuhr. Diese Strecke ist viel ruhiger und schöner als die Direktverbindung.

Die Weiterfahrt auf der B170 nach Dippoldiswalde ist dagegen nur als schnelle Rennstrecke zu empfehlen. Obwohl die Autofahrer auch gestern sehr rücksichtsvoll waren, dürften die mehr als 20 km nichts für Handbiker sein, die bei stark vom Kraftverkehr frequentierten Straßen unruhig werden. Dafür gibt es auf dieser Route ebenfalls keine nennenswerten Gegenanstiege mehr. Abgesehen von den paar Metern hinter Dippoldiswalde und nach Reinholdshain rollt es auch im folgenden Lockwitztal nur noch bergab. Genau das richtige Profil für kalte, graue Tage. Sogar im Elbtal wurden es tagsüber nicht mehr als 1°C.

Heute morgen legte der Frost noch einen Zacken zu. Die -3° vom Vortag in Altenberg wurden bei klarem Wetter locker unterboten. Immerhin ließen sich die fünf Kältegrade zu Tagesbeginn gut ertragen, denn bei trockener Luft war es fast windstill. Außerdem stieg schon bald die Sonne über die Elbhänge und ließ alles viel freundlicher aussehen. Überhaupt machte das Gestirn dem heutigen Wochentag alle Ehre, denn sie begleitete mich auf der ganzen Tour.

Und so störten mich auch die paar Verhauer nicht, die ich mir im Laufe des Tages leistete. Der Abstecher zur Basteiaussicht (s. Track vom 13.11., km 22,8) war allerdings beabsichtigt, denn ich wollte nachsehen, wie weit die Aussichtskanzel noch begehbar ist. Die aktuelle Sperrung wegen statischer Probleme wird uns noch mindestens bis Mitte 2017 erhalten bleiben, da der bröckelige Fels unterhalb der Plattform aufwendig verfestigt werden muß. Der begehbare Rest der Fläche bietet jedoch auch noch ein paar Ausblicke, weshalb der Besuch nicht zum Totalausfall werden muß.

Die Landkarte hatte ich heute nicht mit eingesteckt, und auch mein Navi ist bereits seit Monaten zur Reparatur, nachdem der Schaden angeblich noch nicht einmal von der Garantie abgedeckt ist (Kauft euch bloß nicht ein Gerät von Teasi!). So bin ich vor Bischofswerda ein bißchen ins Schlingern gekommen, weil ich die geplante Verbindung nicht richtig aus dem Gedächtnis rekapitulieren konnte. Doch so schlimm war das eigentlich nicht. Dann sind es eben ein paar Kilometer mehr geworden.

Um vier war ich nach einer Brutto-Fahrzeit von 8 Stunden wieder zuhause. Das geht für dieses Handschuh-Wetter voll in Ordnung.

Track der Handbiketour vom 12.11.2016
Track der Handbiketour vom 13.11.2016