25. Mai 2017

Letzter Test

Die Zeichen stehen auf Sturm. Sofern am kommenden Wochenende das Wetter mitspielt - und danach sieht es derzeit aus - will ich ein bereits lange geplantes Wunschprojekt angehen. Und das könnte ein richtiger Knüller werden. Zwar hat mein Kamerad Lád'a heute angefragt, ob ich das Vorhaben nicht noch eine Woche verschieben könnte, weil er mich ein Stück begleiten möchte. - Aber die Zeit ist überreif, und was in zwei Wochen sein wird, weiß ich nicht.

Unsere Preise: das Navi an der Gabel, die Brille auf der Nase
Apropos Lád'a. Zu ihm bin ich heute nach Kulm (Chlumec) gefahren. Im Nachbarland ist zwar kein Feiertag, doch an seinen HomeOffice-Tagen kann ich ihn zuhause erreichen. Auch seine Frau Šárka war da, denn sie ist derzeit noch krankgeschrieben. Jedenfalls konnte ich ihm endlich seinen Teil des Preises vom Styrkeprøven-Fotowettbewerb, die UVEX-Brille überreichen. Ohne ihn als Fotograf hätte es nämlich das Bild nicht gegeben.

Davor und danach sammelte ich fleißig Höhenmeter und nahm dabei sogar noch spontan den Mückenberg (Komáří hůrka) mit, um auf mehr als 800 m Seehöhe zu klettern. Leider gab es aber von oben keine besonders gute Sicht, es war viel zu dunstig.

Nachdem ich zum zweiten Mal den Erzgebirgskamm überquert hatte, ging es im wesentlichen nur noch bergab bzw. auf dem Elberadweg ohne größere Steigungen nachhause. Zwischen Rathen und Pötzscha kam mir eine Truppe von drei Adaptiv-Handbikern entgegen. Ihr Dialekt klang nach Österreich. Vielleicht hat es sich ja schon bis in die Alpenrepublik herumgesprochen, daß man hier, resp. auf Deutschlands beliebtesten Fernradweg, prima Bedingungen für Aktionen auf drei Rädern vorfindet.

Den heutigen Härtetest habe ich nun ganz gut überstanden. Alles lief so, wie es sollte - nur ein wenig schneller hätte es sein können. Aber ich werde morgen noch einmal meine Kette schmieren, sie ist schon wieder trockengelaufen. Das gibt bestimmt den Schub, den ich gut gebrauchen kann.

Ich bin bereit.

Track der Handbiketour vom 25.05.2017

24. Mai 2017

Bis bald!

Während sich meine bayerischen Freunde gerade auf den Heimweg begeben, will ich noch von unserer gestrigen Ausfahrt berichten. Das ist zwar die längste gewesen, dafür jedoch auch bei weitem nicht so bergig, wie die vorangegangenen drei gemeinsamen Touren.

Ich hatte diesmal auch ein paar interessante Ecken außerhalb des Elbsandsteingebirges im Einzugsgebiet von Dresden ausgesucht. Das Thema "Kultur" repräsentierte dabei das Schloß Pillnitz, und als Fan des Bahntrassenradwegs der ehemaligen Schmalspurbahn durch das Schönfelder Hochland mußte dieser Abschnitt ebenfalls mit dabei sein.

Die Kühe haben natürlich "Vorfahrt"! (Aufnahmeort)
Nur zwei ernstzunehmende Anstiege waren dabei zu absolvieren: einmal durch den Helfenberger Grund aus dem Elbtal hinauf ins Schönfelder Hochland nach Cunnersdorf (s. Track vom 23.05., km 34,1 - 36,7), zum zweiten aus dem Polenztal in Richtung Ehrenberg (s. Track vom 23.05., km 62,3 - 64,3). Außerdem fuhren wir wieder kilometerweit auf Radwegen bzw. -straßen ohne öffentlichen Kraftverkehr. Da gibt es dann auch mal solche Szenen, wie auf dem Bild zu sehen.

Kurz vor der langen und schnellen Abfahrt durch den Tiefen Grund zurück nach Bad Schandau, hängten wir noch den Abstecher zur Brandaussicht bei Hohnstein an (s. Track vom 23.05., km 67,9 - 75,2). Dieser vom Panorama her mit der Basteiaussicht vergleichbare Aussichtspunkt bot sich mit seiner Bergwirtschaft "Brandbaude" als würdiger Abschluß von unseren vier erlebnisreichen Tourentagen geradezu an. (Natürlich hatte ich die Strecke nicht ohne Absicht so gelegt. :-) )

Es war wieder eine schöne Zeit. Der Wettergott zauberte alles Gute, was er hatte, aus seiner Küche. Die Chemie zwischen uns paßte perfekt, und auf den Ausfahrten konnte ich meinen Begleitern wieder viel Neues und Sehenswertes zeigen. Ingesamt eine tolle Tourenwoche, die sicher hier oder anderswo eine Fortsetzung erfährt.

Appetit bekommen? - Dann meldet euch bei mir!

Track der Handbiketour vom 23.05.2017

23. Mai 2017

Drehtag

Anfang diesen Jahres unterbreitete ich Peggy vom Tourismusverband Sächsische Schweiz den Vorschlag, doch auch mal ein "Image"video der Region mit Handbikern zu produzieren. Schließlich gibt es hier ja reichlich Potential sowohl für genußorientierte als auch sportlich ambitionierte Fahrer - von der grandiosen Landschaft, den vielfältigen kulturellen und Erlebnisangeboten einmal ganz abgesehen.

Ich rannte damit offene Türen ein. Es folgte das übliche Procedere: Planung, Mittel bereitstellen, Ausschreibung für den Dreh. Schließlich sollte das Video von Profis produziert werden. Auch traf es sich wunderbar, daß meine Freunde Gitti und Toni im Mai nach Sachsen kommen wollten. Auf meine Anfrage erklärten sie sich sofort zur Mitwirkung bereit. Schließlich sollte ja nicht nur der Riffer als Handbiker durch's Bild rollen.

Gruppenbild am letzten Drehort (Aufnahmeort),
v. l.: Toni, Sara, Johannes, Gitti, Suse, Veit
Für gestern nun waren die Dreharbeiten angesetzt. Es galt eine zuvor gemeinsam erarbeitete Liste von Orten abzufahren, was durchaus eine logistische Herausforderung darstellte. Denn einerseits stand dafür nur begrenzt Zeit zur Verfügung, andererseits war es am günstigsten, daß wir Akteure die einzelnen Punkte direkt mit dem Rad bzw. im Handbike ansteuerten, während das Drehteam - auch wegen der Ausrüstung - mit dem Auto fuhr. Dazwischen konnten diese auch noch ein paar schöne Landschaftsaufnahmen ohne uns machen. Aus diesem Grund war der gestrige Tourenverlauf auch für meine Verhältnisse eher selten, da wir z.B. aus Zeitgründen das Kirnitzschtal als Stichstrecke befuhren.

Es klappte alles wunderbar! Perfektes Heldenwetter, eine nahezu optimale Abfolge der Aufnahmen ohne lange Wartezeiten, viele zusätzliche und spontane Ideen für Einstellungen und Details und trotz des straffen Zeitplans ein recht entspanntes Arbeitsklima zwischen Sara, unserer Koordinatorin vom Tourismusverband, Suse und Johannes vom Filmteam und uns drei Darstellern. Einziger Wermutstropfen ist, daß wir alle komplett vergessen haben, ein paar bewegte Pausenbilder - z.B. im Biergarten der Bergwirtschaft "Am Kuhstall" - aufzunehmen. An dieser Stelle versichere ich jedoch eidesstattlich: wir sind nicht nur von Termin zu Termin gehetzt! - Ich hoffe, dieses Manko wird dem Video keinen Abbruch tun.

Nun bin ich gespannt, was die Leute von twenty4pictures aus dem Rohmaterial machen. Bei einem 3-Minuten-Video müssen die Inhalte tüchtig komprimiert werden. Spätestens Ende Juni werde ich es wissen. Dann gibt es hier im Blog natürlich auch das Ergebnis zu sehen.

Bis dahin heißt es warten.

Track der Handbiketour vom 22.05.2017

21. Mai 2017

Höher geht's nicht ...

... zumindest nicht im Elbsandsteingebirge. Meine beiden Bayern hatten sich nämlich gewünscht, noch einmal auf den Hohen Schneeberg (Děčínský Sněžník) zu fahren. Bei einer Höhe von 723 m ü. NHN ist er nicht nur die höchste Erhebung in der Sächsisch-Böhmischen Schweiz, der Gipfel liegt auch 600 Höhenmeter über dem Elbtal, von wo wir am Morgen starteten.

Auf der Steilrampe zum Hohen Schneeberg
(Aufnahmeort)
Allerdings - und das hatten meine Freunde bereits während ihrer ersten Befahrung (ohne mich) vor zwei Jahren festgestellt - geht es den überwiegenden Teil der Anfahrt recht moderat bergauf. Einst wurde der südliche Teil der Sandsteinplatte des Elbsandsteingebirges durch die vulkanischen Aktivitäten im heutigen Böhmischen Mittelgebirge wie ein Lesepult angehoben. Deswegen gibt es auf der Nordseite im Großen und Ganzen eben keine heftigen Anstiege, während die Pultscholle nach Süden steil abfällt.

Diesmal hatte ich die Strecke etwas anders gelegt, für Toni und Gitti sollte es ja auch etwas Neuland geben. Viele Kilometer fuhren wir auf Forststraßen, häufig perfekt asphaltiert, weitab von Straße und Siedlung. Mehr als eine Stunde lange trafen wir keine Menschenseele im Gebirge, so großräumig sind die Waldgebiete und so spärlich frequentiert.

Für den Grenzübergang am Böhmischen Tor (Česká Brána) ist unbedingt ein gut geländegängiges Handbike erforderlich, denn dort sind ca. 400 m schwieriges Offroad-Gelände zu bewältigen (s. Track vom 20.05., km 40,8 - 41,2). Bei Nässe kommt man hier jedoch auch damit nicht durch.

Gipfelphoto auf der Dresdener Aussicht (Aufnahmeort)
Der Gipfelsturm und die Aussicht auf dem Hohen Schneeberg wurden natürlich wieder zum Höhepunkt im wahrsten Sinne des Wortes. Auch wenn es auf dem obigen Bild nicht so aussieht - die letzten Meter bis zum Ende des Anstiegs verlangen mit ca. 20% Steigung noch einmal vollen Einsatz. Die Dresdener Aussicht (Drážďanská vyhlídka, s. Track vom 20..05., km 59,2) war jedoch die perfekte Belohnung, und für uns der ideale Ort für ein gemeinsames Gipfelphoto. Achtung: Auch zu dieser Aussicht kommt man nur in einem geländegängigen Handbike mit entsprechender Bodenfreiheit!

Anschließend haben wir es uns im Biergarten der Kammbaude (Hřebenová bouda) direkt am Fuße des Tafelbergs schmecken lassen. Weil Gitti als Fußgängerin in das nicht barrierefrei zugänglich Gebäude kam, war der Rest kein Problem für uns.

Über für viele Leute unbekannte Radtrassen und Forststraßen fuhren wir schließlich zurück ins Elbtal nach Königstein, jetzt natürlich fast ausschließlich bergab. Dort trennten wir uns. Während meine Begleiter mit der Elbfähre übersetzten und den Radweg zurück zur Unterkunft nach Bad Schandau nahmen, rollte ich auf dem Elberadweg nachhause.

Heute ist für uns alle Radl-Ruhetag, damit wir morgen frisch sind. Am Montag stehen ein paar anstrengende Stunden an, was sich aber ganz gewiß lohnen wird.

Mehr dazu später.

Track der Handbiketour vom 20.05.2017

19. Mai 2017

Sie sind da!

Mein bayerischen Freunde machen Urlaub im Elbsandsteingebirge. Vor zwei Jahren gefiel es ihnen hier so gut, daß sie nun zu Wiederholungstätern wurden. Natürlich habe ich mir ebenfalls frei genommen, um ihnen wieder besonders schöne Ecken meiner Heimat zu zeigen.

Heute ging es auf unsere erste gemeinsame Tour. Und die ist selbst für Handbiker, die nicht Offroad fahren (können), sehr gut zu fahren, denn nur eine ca. 3,5 km lange Passage (s. Track vom 19.05., km 38,3 - 41,8) ist nicht asphaltiert. Die etwas ausgewaschene Mineralstoffdecke und einige holperige, teils mit eingepreßtem Schotter bedeckte Meter lassen sich langsam und mit etwas Obacht sicher auch mit empfindlichen Racebikes bewältigen.

Abfahrt durch den Lagergrund (Taborovy dul)
(Aufnahmeort)
Dafür führen fast 20 km der reichlich 60 km langen Rundtour ab Bad Schandau auf Radtrassen durch den Teil der Hinteren Sächsisch-Böhmischen Schweiz, der völlig ohne Kraftfahrstraßen auskommt. Die engen, felsigen Täler, durch die wir dabei heute fuhren, sind nicht nur wildromantisch, sondern schützen im Sommer vor der prallen Sonne und erfrischen mit angenehm kühlen Temperaturen. Auch bei uns kletterten die Temperaturen im Laufe des Tages bis 29°C, so daß dies gleich der Praxistest war.

Wenn ich jedenfalls diese Strecke bewerten müßte, bekäme die Tour mindestens 4,5 von 5 Sternchen. In der Richtung, wie wir die Runde gefahren sind, ist sie besonders empfehlenswert.

Bereits am Donnerstag hatte ich die ersten Urlaubskilometer im Handbike absolviert, diesmal noch ohne meine Kameraden. Bei der Planung meiner Ferien war ich nämlich davon ausgegangen, daß diese einen Tag früher anreisen. Langweilig wurde mir ohne sie trotzdem nicht. Da ich mich hinsichtlich des Höhenprofils etwas schonen wollte, entschied ich mich allerdings für den Norden. Deshalb mein Abstecher in die Ausläufer der Lausitz, wo aus Bergen Hügel werden.

Nach einer flotten Ausfahrt war ich zur Kaffeetrinkerzeit wieder zurück.

Track der Handbiketour vom 18.05.2017
Track der Handbiketour vom 19.05.2017

15. Mai 2017

Felsenheimat

Mit meinem alten Radlfreund Sigg wollte ich schon längst mal wieder auf Tour gehen. Nach mehreren Anläufen hat es heute nun endlich geklappt. Da störte es auch nicht, daß es für mich die dritte Tour in Folge war. Aber so konnte mein Kamerad sicher sein, daß ich es nicht unbeabsichtigt mit den Anstiegen und Kilometern übertreibe. Es war nämlich seine erste größere Ausfahrt im Jahr, und mit 72 werden die Berge allmählich steiler und die Wege länger.

Natürlich hatte ich für unseren Ausflug wieder ein ganz besonderes Bonbon ausgesucht. Vor einiger Zeit gab mir ein guter Freund einen interessanten Tip. Von einem Aussichtspunkt nördlich von Reinhardtsdorf sollte man einen tollen Blick über das Elbtal zu den Schrammsteinen haben. Das machte mich neugierig.

Ganz entspannt rollten wir also von Pirna über Struppen und Cunnersdorf ins Tal des Krippenbachs. Unterwegs gab es viel zu erzählen und die Zeit verging wie im Flug. Der Anstieg von Kleingießhübel hinauf zur Kreuzung unterhalb von Großen und Kleinen Zschirnstein ließ bei der hohen Luftfeuchte noch einmal den Schweiß in Strömen rinnen (s. Track vom 15.95., km 25,4 - 27,2). Immerhin ist die Rampe teilweise 12 - 14% steil.

Vis-à-vis von Falkenstein (links) und Schrammsteinen (Aufnahmeort)
Doch danach lag der anstrengendste Teil der Tour hinter uns. Zuverlässig lotste mich mein Navi zu dem gepriesenen Aussichtspunkt. Noch bevor ich dort ankam, war ich begeistert. Der Bekannte hatte eher tiefgestapelt, denn zuviel versprochen! Vis-à-vis stand diese zerklüftete Felsmauer vor uns, beinahe zum Greifen nah. All die Felstürme, die Zinnen und Bollwerke habe ich in meinem ersten Leben als leidenschaftlicher Bergsteiger bezwungen. Jetzt suchte ich mit den Augen diese Linien im Sandstein und erinnerte mich dabei an jene Zeit. Ganz ohne Wehmut.

Denn auch wenn ich wahrscheinlich nie mehr wieder klettern kann, geht es mir richtig gut. Eine Heimat, gute Freunde, erlebnisreiche Tage - braucht man mehr, um glücklich zu sein?

Ich nicht.

Track der Handbiketour vom 15.05.2017

14. Mai 2017

Im Vorbeiflug

Für das Wochenende war wechselhaftes Wetter angekündigt, so daß es mich nicht sonderlich störte, als mir nach meiner Anfrage Eddy vom Bike24-Laden den Sonnabend zum Bremsbelagwechsel anbot. Das ursprünglich geplante Projekt ließ sich bei dieser Prognose sowieso nicht durchführen.

Natürlich fuhr ich am ersten Tag des Wochenendes trotzdem zeitig los. Sobald es früh hell wird, macht mir das überhaupt nichts aus. Allerdings nahm ich bis zu meinem Termin in Dresden unterwegs noch eine halbe Stunden Regen mit, das wäre ja sonst auch zu gemütlich gewesen. Nicht zuletzt deshalb kam ich ca. 20 Minuten später als zur vereinbarten Zeit gegen 9.00 Uhr. Auch waren es nach mehreren spontanen Zackeln doch schon 53 km.

Naja, Eddy hat's locker gesehen. Ich kam und er wechselte gleich den Belag, während ich darauf wartete. Solche Ad-hoc-Aktionen sind normalerweise nicht üblich. Doch ich bin inzwischen im Laden als verrückter Radsportler bekannt - und so habe ich manches Privileg. Besonders zwischen mir und meinem persönlichen Mechaniker stimmt die Chemie. Da muß ich nicht mehr ewig erklären - er weiß, auf was es mir ankommt. Bei der Gelegenheit bestätigte er gleich meine Vermutung, daß wieder mal ein Bremsscheibenwechsel fällig ist. Zwar habe ich sie erst am 20.10.2015 wechseln lassen, doch nach mehr als 18 Tkm und rund 190 THm ist die Dicke inzwischen bereits unter der Verschleißgrenze. Vor dem Sommerurlaub muß ich da auf jeden Fall aktiv werden.

Auf der anschließenden Heimfahrt rollte es richtig gut, so daß ich meine Tour ein ums andere Mal weiter ausdehnte. Das wunderschöne Frühlingswetter mußte ich nutzen. Echtes Wohlfühlklima.

Der Lohn des Frühaufstehers - Blick zum Pfaffenstein (Aufnahmeort)
Heute zeigte die Vorhersage einen dicken blauen Niederschlagsbalken mit einem Temperatureinbruch für das Zeitintervall 8.00 - 14.00 Uhr. Deshalb begab ich mich noch ein paar Minuten früher auf die Piste. Abgesehen von der hohen Luftfeuchtigkeit und den Nebelschwaden bzw. aufliegenden Wolken, sah es draußen gar nicht so schlecht aus. Vor der Abfahrt ins Bielatal wurde ich dafür bei strahlendem Sonnenschein mit einem tollen Blick zum Pfaffenstein belohnt.

Ein richtig dicker Wolkenklops hatte sich auch im großen Elbkessel von Tetschen-Bodenbach (Děčín) verfangen. Doch sobald ich auf der anderen Elbseite hinauf ins Zappenland fuhr, wölbte sich über mir wieder das Himmelsblau. Die Wolken wurden dabei jedoch mehr und größer. Irgendetwas bereitete sich da vor.

Sehr angetan war ich von der Entwicklung auf der Böhmerstraße (Česká silnice) zwischen Hohen Leipa (Vysoká Lípa) und dem Fußgängergrenzübergang Hinterdittersbach (Zadní Jetřichovice) im Kirnitzschtal (s. Track vom 14.05., km 65,2 - 71,8). Als ich im September 2016 das letzte Mal dort entlangfuhr, bemerkte ich, daß die bis dahin elende Schotterpiste gerade präpariert wurde. Ein kurzes Stück der Strecke war sogar bereits asphaltiert. Jetzt - im Mai 2017 - ist der Abschnitt zwischen Hohen Leipa und dem Abzweig des Lagergrunds (Táborový důl) zu den Balzhütten (Tokáň) komplett fertig. Und die restlichen Kilometer bis zur Grenze werden sicher ebenfalls noch asphaltiert. Denn auch dort stehen Baumaschinen. Wenn diese Passage einmal fertig ist, wird sie sich schlagartig an den Spitzenplatz der beliebtesten Radwege in der Böhmischen Schweiz katapultieren. Dann paßt nicht nur die großartige Landschaft, sondern es begeistert auch der fabelhafte Belag. Ich freue mich schon darauf. Die Böhmerstraße ist eine der wichtigsten Radtrassen zwischen dem deutschen und tschechischen Elbsandsteingebirge.

Weil im Kirnitzschtal die Wolken immer bedrohlicher wurden, drückte ich auf's Tempo. In Bad Schandau lauerte schließlich über mir eine einzige schwarze Wand. Ich machte, daß ich Land gewann. Bis Pötzscha kam ich, doch die letzten 20 Minuten vor 14.00 Uhr gab's 'ne Gratisdusche.

Die Wettervorhersage hatte auf den Punkt gestimmt.

Track der Handbiketour vom 13.05.2017
Track der Handbiketour vom 14.05.2017