14. Januar 2018

Erste Ölung

Mangels Schnee habe ich an diesem Wochenende die Handbikesaison eröffnet.

Nach der Großen Wartung durch Eddy, meinem Haus- und Hofmechaniker von Bike24, schnurrt das Radl jetzt wieder wie eine Katze. Es ist eine Freude, so ganz ohne zusätzliche Reibungsverluste, ohne Knarren, Ruckeln und die Angst vor einem Kettenriß nahezu ungebremst voranzukommen. Gerade, wenn fast der gesamte Antrieb erneuert wurde, merkt man besonders deutlich den Unterschied.

Bei aller Euphorie gab es trotzdem Startschwierigkeiten. Nicht mit der Technik, nein - direkt beim Fahrer. Schon drei Wochen Handbike-Abstinenz machen sich eben bemerkbar. Dabei ist es noch nicht einmal der Kopf, der nicht will. (Ich selbst bin nämlich der Ansicht, daß im Sport die Psyche 70 - 80% des Leistungspotentials ausmacht.) Doch auf dem letzten Drittel der Sonnabendtour meldeten sich nachdrücklich die Muskeln und Gelenke meiner Schultern und Arme. Sie waren wohl durch die lange Untätigkeit etwas eingerostet und müssen nun erst durch Bewegung geölt werden.

Allerdings hatte ich mir für die Jahreserste auch gleich zwei garstige Rampen ausgesucht. Die erste, den Anstieg von Rathen nach Waltersdorf, nutze ich immer als Gradmesser für die persönliche Fitness. Wenn ich dort auf dem steilsten Stück, einem ca. 700m langen 18%er (s. Track vom 13.01., km 13,3 - 14.0), in einem Zug durchkomme, dann paßt es. Da ich den Anstieg durch den Tiefen Grund nicht mit einrechne - die Straße läßt sich sehr gut fahren - erwartete mich die zweite Herausforderung auf dem Radweg zwischen Ulbersdorf und Krumhermsdorf. Dort gibt es sogar ein Stück, welches mit einem 20%-Verkehrsschild dekoriert wurde. Vielleicht ist das etwas übertrieben, doch bin ich die Wand gleich von vornherein in kurzen Sprüngen angegangen (s. Track vom 13.01., km 28,2 - 28,2). Diese Anstiege in Handschuhen hochzukurbeln, macht die Sache noch einmal kraftraubender. Aber anders ging es an diesem Wochenende nicht.

Blick vom Campus der Fachrichtung Forstwissenschaften der TU Dresden
zu Burgruine und Kirche in Tharandt (Aufnahmeort)
Obwohl ich heute morgen immer noch meine Arme spürte, startete ich zu einer zweiten Runde. Mittlerweile weiß ich, daß sich die Belastungserscheinungen in den Gelenken und der Muskelkater meist in Wohlgefallen auflösen, sobald man nach ein paar Minuten warmgefahren ist. Das Streckenprofil meines heutigen Ausflugs paßte ich jedoch entsprechend an, indem ich die langen Anstiege ausschließlich in den ersten Teil der Rundtour packte. Außerdem hielt ich mir die Option offen, die Tour abzukürzen, falls der Körper wider Erwarten doch streiken sollte. Als Pirnaer bin ich wirklich extrem verwöhnt, was die schier unendliche Anzahl von Kombinationsmöglichkeiten für eine schöne Strecke entsprechend der gewünschten Anforderungen betrifft.

Und siehe da: Es lief heute wie am Schnürchen. Sogar die zwei einzigen ernstzunehmenden Anstiege, die Auffahrt aus dem Trebnitzgrund nach Börnchen (s. Track vom 14.01., km 21,8 - 23,5) sowie der Glashütter Berg in Richtung Luchau (s. Track vom 14.01., km 34,2 - 36,2) bereiteten keine Probleme. Nur das Thema Schwitzen stand nun wieder auf der Tagesordnung. Aber dafür gab es viel Sonne.

Nach der reichlichen Hälfte der Strecke brauchte ich es schließlich nur noch laufen lassen. Da störte nicht einmal mehr der auffrischende Ostwind. Was ich am Sonnabend an Zeit liegengelassen hatte, holte ich mir bei meiner zweiten Tour locker zurück.

Das fängt gut an!

Track der Handbiketour vom 13.01.2018
Track der Handbiketour vom 14.01.2018

8. Januar 2018

Eis statt Schnee

Gestern hatten meine tschechischen Freunde die Idee, sich den 4er-Wettbewerb des Bob und Skeleton Weltcups im DKB-Eiskanal Altenberg direkt am Ort des Geschehens anzuschauen. Wenn überhaupt, schaue ich mir zwar solche Veranstaltungen lieber auf dem Bildschirm an, zumal gestern nieselig-kaltes und in den Höhenlagen nebeliges Wetter herrschte. Aber ich hatte sonst nichts weiter vor, also konnte ich auch etwas mit Lád'a und Šárka gemeinsam unternehmen.

In der Nähe der Bobbahn einen Parkplatz zu finden, war dann schon die erste Hürde. Rolliparkplätze gibt es dort nämlich keine, und natürlich war ich nicht der einzige Besucher mit Auto. Glücklicherweise hatte Fam. Eichler eine geeignete Stellfläche für mein Auto gefunden, zu der sie mich dann lotsten.

Kurz vor knapp erreichten wir den unteren Teil des Areals. Nach dem Eingang geht es die Wirtschaftsstraße gleich sehr steil hinauf - das ist bei einem Abfahrtshang ja auch durchaus zu erwarten. Bestimmt wäre ich bei geschätzten 15% Steigung die Rampe ohne die tatkräftige Unterstützung meines Kameraden nicht (rechtzeitig) hochgekommen.

Von diesem Zuschauerpodest sind die Athleten
zum Greifen nah! - Sofern man dieses zuvor mit
Hilfe erreicht hat... (Aufnahmeort)
Überhaupt ist leider auch das übrige Gelände denkbar ungeeignet für Rollifahrer. Das liegt nicht nur an den fast durchweg steilen Wegen und Straßen entlang der Bobbahn, denn auch die Podeste und Tribünen für die Zuschauer sowie Toiletten und Verpflegungspunkte sind nicht stufenlos zu erreichen. Nur auf den großen Stellplatz beim Omega kommt man als Rollifahrer relativ problemlos, sofern man den steilen Zugang zuvor erfolgreich gemeistert hat. Wenn dort allerdings viele Besucher stehen, schaut man nur noch auf deren Rücken ... Schade, daß nicht einmal der Startbereich, welcher sich auf fast gleicher Höhe mit dem oberen Parkplatz befindet, barrierefrei zugänglich ist.

So hatte Lád'a meinetwegen gestern schließlich genug zusätzliches Krafttraining, denn natürlich sind wir in der Pause zwischen dem ersten und zweiten Durchgang vom Ende der Bahn noch die restliche Strecke des reichlichen Kilometers Begleitstraße inkl. der 120 Hm bis zum Start hinaufgeklettert. Bergab war's danach für mich fast genauso anstrengend.

Fazit für Besucher im Rollstuhl: Schaut euch die Wettbewerbe lieber zuhause im Fernsehen an! Ohne tatkräftige Unterstützung habt ihr hier nämlich keine Chance, einigermaßen gut klarzukommen. Ich denke, der Frust darüber beeinträchtigt das Live-Erlebnis.

Mir geht es jedenfalls so.

7. Januar 2018

Boxenstop

Gestern konnte ich endlich das Handbike meinem Mechaniker bei Bike24 für die dringend notwendige Wartung bringen. Demzufolge wird es am ersten Wochenende des Jahres 2018 nichts mit Radeln. Zum Skifahren reicht leider auch nicht der Schnee, im Gegenteil: mittlerweile ist es selbst im Osterzgebirge schon wieder ziemlich grün.

Zeit also, den Blick nach vor zu richten auf das nächste Vorhaben. Weil meine tschechische Radsportgruppe in diesem Frühjahr in alle Welt zerstreut ist, fällt diesmal unser Saisonauftakt in der Toskana aus. Lád'a hat zwar angeregt, im kleinen Kreis trotzdem in den Süden zu fahren, aber inzwischen hatte ich mich nach Alternativen umgeschaut.

Kirche St. Mauritius in Moritzing bei Bozen
mit Blick auf König Laurins Rosengarten (Aufnahmeort)
Nun werde ich Anfang Mai für eine reichliche Woche Urlaub in Südtirol machen. Dort treffe ich mich in Bozen mit meinen bayerischen Freunden Gitti, Toni und Albert (mit Begleiterin?) sowie hoffentlich auch mit meinem Schweizer Sportfreund Rudy. In einer reichlichen Tourenwoche wollen wir uns gemeinsam für die neue Handbikesaison warmfahren. Optionen gibt es viele. Abhängig von den Witterungsbedingungen können wir uns sowohl in den Tälern von Eisack und Etsch austoben oder - und das ist natürlich das Wunschziel - ordentlich Höhenmeter sammeln. Denn rund um die Landeshauptstadt von Südtirol gibt es eine ganze Menge von Bergstraßen und Pässen, die zu dieser Jahreszeit eigentlich bereits befahrbar sein sollten. Etliche Anstiege kenne ich noch von meinen Urlaubsfahrten in den Jahren 2007 und 2009, aber beispielsweise den Mendelpaß  mit dem Monte Penegal habe ich noch nicht in meiner Sammlung.

Ich freue mich sehr auf die Tourenwoche im Herzen von Südtirol. Die Region ist sowieso einer meiner Sehnsuchtsorte. Und wenn ich dann noch mit Freunden unterwegs bin - einfach phantastisch. An einem so trüben und regnerischen Tag wie heute sich das vorzustellen, hebt gleich die Stimmung.

Noch etwas: Vielleicht lesen diesen Beitrag ja auch Südtiroler HandbikerInnen. Ich - und gewiß meine Kameraden ebenfalls - würde mich freuen, wenn sich uns für die eine oder andere Aktion Lokalmatadoren anschließen. Solche Touren eignen sich doch immer sehr gut, neue Kontakte zu knüpfen. Natürlich sind auch weitere Handbiker, z.B. aus Österreich, gern gesehen. Mir geht es dabei nicht vordergründig darum, irgendwelche Rekorde aufzustellen. Deshalb bin ich auch ziemlich optimistisch, daß wir bei der Planung von Ausflügen einen gemeinsamen Nenner finden. Und wenn wir uns erst einmal zum Kennenlernen in Bozen treffen. Das ist eine sehr schöne Stadt ...

Meldet euch!

31. Dezember 2017

Jetzt schlägt's dreizehn!

Wie man sich irren kann! Im Jahresrückblick von 2016 war ich mir noch ganz sicher, daß nun endlich keine weitere Steigerung mehr möglich sei. Heute weiß ich es besser.

Dabei fing dieses Jahr eher verhalten an. Zumindestens bei meinen Aktivitäten im Handbike, denn da bin ich im Januar keinen einzigen Kilometer gefahren. Das erste Mal in meiner langjährigen Fahrpraxis.

Dafür wurden es im Langlaufschlitten umso mehr Touren durch die weiße Winterpracht. Neben meinem Standardrevier im Osterzgebirge zwischen Altenberg und Zinnwald erkundete ich dabei auch gleich drei neue Gebiete. Das ausgedehnte Skilanglaufareal zwischen Holzhau und Langewiese (Dlouhá Louka), den Geyerschen Wald sowie gemeinsam mit meinem Kameraden Lád'a die Gegend um Adolfsgrün (Adolfov), die ich bisher nur von meinen Handbiketouren kannte. Die verückteste Unternehmung auf Skiern war sicherlich die Fahrt zum Mückenberg, und zwar nicht nur wegen des steilen Schlußanstiegs auf dem Rückweg, sondern auch wegen der Fahrt auf einer nichtpräparierten Piste, wo ich bei einer Wiesenabfahrt dann von anderen Skifahrern "gerettet" werden mußte.

Der nächste Höhepunkt des Jahres war dann die Frühjahrsfahrt in die Toskana mit meinen tschechischen Freunden. Dabei ging es das erste Mal im Jahr richtig zur Sache. In einer reichlichen Woche fuhr ich mehr Kilometer als viele Handbiker in einem ganzen Monat. Mein erster langer Kanten der Saison führte mich dabei zur Halbinsel Monte Argentario, einem Ziel, das bereits seit langem auf meiner Wunschliste stand.

Solcherart gut eingefahren, freute ich mich besonders über den Besuch meiner bayerischen Freunde im Mai. Bei herrlichem Frühlingswetter wurde es eine erlebnisreiche Tourenwoche mit fünf gemeinsamen Ausfahrten durch die Sächsisch-Böhmische Schweiz. In dieser Zeit entstand auch ein Handbike-Imagefilm für die Region, den ich beim Tourismusverband Sächsische Schweiz angeregt hatte. In meiner Heimat finden alle Handbiker vielfältige Betätigungsmöglichkeiten, ganz gleich, ob sie es eher flach mögen oder lieber bergig!

Dieser Urlaub endete mit der Verwirklichung eines weiteren Langzeitprojekts, der Handbiketour nach Prag und zurück an einem Stück. Bei meiner Ankunft in Pirna standen zum dritten Mal nach meiner Teilnahme an der Vätternrundan 2008 sowie dem Styrkeprøven 2012 mehr als 300 km auf dem Tacho. Nahezu folgerichtig bedeutete dies auch neue Rekorde hinsichtlich des Streckenpensums, nämlich 631 km pro Woche sowie 1619 km im Monat Mai.

Insgesamt 6 Touren waren 2017 länger als 200 km und fallen damit bei mir in die Kategorie "langer Kanten" - so viel, wie nie zuvor. Neben den beiden schon erwähnten Ausfahrten in der Toskana sowie zur tschechischen Hauptstadt hatte ich mir dabei als Ziele Grimma, das Dreiländereck bei Zittau, Olbernhau im Erzgebirge sowie das südbrandenburgische Braunkohletagebaurevier ausgesucht.

Statt meiner alljährlichen Pässejagd in den Alpen entschied ich, meinen Sommerurlaub diesmal in der Eifel zu verbringen. Ein interessanter Fernsehbeitrag gab dafür den letzten Ausschlag. Nicht zuletzt konnte ich damit endlich auch meinen Studienfreund wieder mal besuchen, der mit seiner Familie inzwischen in der Nähe von Bonn wohnt. Auch die Eifel bietet Handbikern der Quäldich-Fraktion ausreichend Möglichkeiten für schweißtreibende Aktivitäten. Allerdings ist das Gebiet wesentlich kleiner als das ausgedehnte Hochgebirge im Herzen Europas, so daß mir trotz suboptimaler Witterung zwei Wochen dafür reichten.

Im Herbst war ich schließlich noch nach Herzberg/ Elster in Südbrandenburg eingeladen, um das Gebiet kennenzulernen und Vorschläge für Handbiketouren zu testen. So ganz ohne kraftraubendes Auf und Ab wurde es ein entspannter Kurzurlaub, von dem ich viele positive Eindrücke wieder mit nachhause nahm.

Etwas kürzer als sonst ist 2017 das Rolliwandern gekommen. Das liegt nicht hauptsächlich daran, daß ich lieber im Handbike unterwegs bin. Denn gerade im Rollstuhl und mit speziellem Zubehör (z.B. dem Freeway-Lenkvorsatz) kommt man auch auf Wegen zurecht, die mit dem Handbike schlichtweg unpassierbar sind. Allerdings benötigt man dabei üblicherweise teils ausgiebige Unterstützung von Begleitern ohne Handicap. Und genau damit hapert es nicht selten. Meine Freunde haben schließlich eigene Familien und weitere Verpflichtungen, so daß die Einigung auf einen gemeinsamen Termin immer eine große Herausforderung darstellt. Umso großartiger ist es, falls es dann mal klappt. Meine schönste Rolliwanderung war in diesem Jahr jedenfalls der Ausflug zur Rosenkammaussicht.

Soweit meine Aktivitäten im Langlaufschlitten, im Handbike und im Rollstuhl, mit deren Umfang und Qualität ich überaus zufrieden sein kann. Doch ganz nebenbei war mir in diesem Jahr das Schicksal auch in anderen Dingen wohlgesonnen. Eine tolle Überraschung war beispielsweise der 2. Platz bei dem von den Organisatoren des Styrkeprøven veranstalteten Fotowettbewerb mit einem Bild, welches mein tschechischer Sportfreund Lád'a während des Rennens aufgenommen hatte. Seitdem bin ich stolzer Besitzer eines Garmin Edge 1000 Fahrradnavis, mein Kamerad bekam hingegen die Hightech-Sonnenbrille von UVEX. Meine Teilnahme am Stadtradeln für Dresden brachte mir letztlich ebenfalls reiche "Beute", über die ich mich nicht minder gefreut habe. Damit kann es ruhig weitergehen!

Zum Schluß gibt's für alle diejenigen, welche von der bloßen Aufzählung meiner Saisonhöhepunkte immer noch nicht gelangweilt sind, außerdem die trockenen Zahlen. Im Langlaufschlitten kamen bei mir auf 8 Touren rund 137 km zusammen; davon alle außer einer im Januar 2017. Mit dem Handbike habe ich mich wieder einmal selbst überflügelt. 13.110 km und 131.518 Hm verteilen sich demnach auf 111 Ausfahrten. Würde man diese Summen auf die 365 Tage eines Jahres umrechnen, so blieben immer noch mehr als 35 km und 360 Hm für jeden einzelnen Tag. - Die meisten Handbiker benötigen dafür Jahre ...

Für mich sind jedoch besonders die gemeinsamen Unternehmungen mit meinen Freunden und Bekannten das Salz in der Suppe. Und mir selbst ist es am liebsten, wenn diese mich nicht aufgrund meiner Aktionen als "Primus inter pares" betrachten. Denn nur die wenigsten haben die Zeit und die Kraft übrig, so kompromißlos wie ich diesen Sport auszuüben. Schließlich ist der nur eine Nebensache, dem man weder die Familie noch die Arbeit opfern darf.

Jeder nach seinen Möglichkeiten.

30. Dezember 2017

Jahresletzte

Heute konnte ich meine Kumpeline Susi zu einer letzten gemeinsamen Tour im alten Jahr motivieren. Weil sie gesundheitlich nicht ganz auf dem Posten war, versprach ich ihr eine gemächliche Runde in der Hinteren Sächsischen Schweiz zum Zeughaus.

Auf dem Lorenzweg unterhalb der Lorenzsteine (Aufnahmeort)
Aber als wir dann auf der Zeughausstraße den höchsten Punkt erreicht hatten, kam der Forscherdrang wieder bei mir durch und wir bogen nach links auf die Knorre in Richtung Lorenzsteine ab. Der Weg ließ sich zunächst auch prima befahren - bis unterhalb der Lorenzsteine (s. Track vom 30.12., km 3,2). Ab dort verschlechterten sich bald die Wegeverhältnisse, denn die Temperaturen reichten noch nicht aus, um den Boden durchweg gefrieren zu lassen. Spätestens jetzt, beim Umfahren der Schlammlöcher und einigen steilen Bergauf- und Bergabpassagen, mußte ich zugeben, daß aus der entspannten Wanderung wieder einmal ein Abenteuer geworden war. Zurück auf dem Weg zum Kleinen Zschand, sahen meine Hände wie die eines Schornsteinfegers aus. Auch hatten die Sachen von Susi und mir einiges abbekommen.

Trotzdem reichte es mir noch nicht. Eine kurze Grobreinigung, dann starteten wir zum Zeughaus durch. Die eindrucksvolle Felsschlucht des Großen Zschands ab der Neumannmühle im Kirnitzschtal befahre ich sehr gern (s. Track vom 30.12., km 5,7 - 7,6), auch findet sich am Zeughaus im Sommer bei angenehmen Temperaturen immer ein lauschiges Plätzchen. Bei den derzeitigen Witterungsverhältnissen bleibt man allerdings lieber in Bewegung.

Für den Rückweg benutzten wir noch einmal die Zeughausstraße. Als wir schließlich wieder am Auto ankamen, erreichte uns auch das schlechte Wetter.

Perfekte Zeitplanung!

Track der Rolliwanderung vom 30.12.2017

29. Dezember 2017

7 "Must-Haves" in der Sächsischen Schweiz - Beitrag im Sächsische-Schweiz-Blog

Vor einigen Monaten habe ich auf Anfrage für die 2018er Ausgabe des Tourismusmagazins Sächsische Schweiz wieder einen Artikel verfaßt.

Meine Idee war, Gästen mit Mobilitätseinschränkungen Sehenswertes der Region vorzustellen. Leider ist meine Zuarbeit durch die Redaktion stark verkürzt und damit inhaltlich verändert worden, weil im Heft für die Rubrik "Barrierefreies Reisen" einfach nicht mehr Platz für die Veröffentlichung zur Verfügung stand. Ich habe daher in letzter Konsequenz die Autorenschaft für den solcherart entstandenen Restbeitrag zurückgezogen.

Alternativ ist jedoch der nahezu ursprüngliche Text inzwischen durch Peggy vom Tourismusverband im Sächsische-Schweiz-Blog unter dem Titel "7 Ausflugsziele in der Sächsischen Schweiz - erreichbar mit Rolli und Kinderwagen" veröffentlicht worden. So ist schließlich meine Arbeit nicht ganz umsonst gewesen.

24. Dezember 2017

Stille Nacht

Heute nachmittag bin ich noch einmal ins Gebirge rausgefahren. Als fast niemand mehr unterwegs war, begab ich mich von Hohnstein aus mit dem Rolli inkl. Freeway-Vorsatz zur Brandaussicht.

So ganz für mich alleine in die anbrechende Nacht zu wandern, hatte ein klein wenig davon, wie ich vor meinem Unfall Weihnachten erlebte. An diesem Tag fuhr ich früher in die Berge, um dort - kilometerweit weg und außer Sichtweite der Ortschaften, den Straßen und dem ganzen Zivilisationslärm sowie der Lichtverunreinigung - völlig abgeschieden von aller Welt eine besinnliche Nacht beim Boofen zu verbringen. Diese Zeit, um das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und auch über Dinge nachzudenken, die man sonst verdrängt - sie war und ist mir immer noch sehr wichtig.

Weihnacht auf der Brandaussicht (Aufnahmeort)
In der Brandbaude brannte noch Licht, denn trotz der geschlossenen Wirtschaft saßen dort ein paar Einheimische in gemütlicher Runde. Mich störte das alles nicht, und ich schlug sogar die freundliche Einladung zu einem warmen Tee aus. Ein paar Gitarrenklänge von drinnen drangen an mein Ohr, sonst ein Frieden über dem Land, wie nur zu dieser Stunde.

Viel später, als ich den Rückweg antrat, wanderten die Hohnsteiner, angeregt diskutierend, ebenfalls wieder nachhause. Vielleicht wäre die Stille noch schöner gewesen, doch so blieb es immerhin kurzweilig. - Ein schöner Abend!

Vielleicht klappt's ja irgendwann auch wieder mal mit Boofen.

Track der Rolliwanderung vom 24.12.2017